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Das Projekt

Nach dem Pilotprojekt in Veitshöchheim ist nun in Würzburg Premiere

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„Was sind wir?“ schreit Carina Breunig. 15 Mädels im Alter von sieben bis 13 Jahren, die sich Arm in Arm im Kreis aufgestellt haben, brüllen zurück: „Ein Team“. Der Lautstärke-Pegel in der Sporthalle der Uni Würzburg in der Mergentheimer Straße schwillt derart an, dass sich die zuschauenden Mütter auf den Bänken grinsend die Ohren zuhalten.

Aber sie sehen: Ihre Mädeln haben mächtig Spaß am Projekt „Fußball für Mädchen“, das vor vom ETSV Würzburg in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sportwissenschaft der Universität Würzburg ins Leben gerufen wurde. Jeden Tag können Mädchen freiwillig und kostenlos unter Anleitung von Projektleiterin und Studentinnen-Nationalspielerin Carina Breunig sowie ausgebildeten Studentinnen und Studenten eine Stunde lang Fußball trainieren – ohne Vereinszugehörigkeit, ohne Druck, aber mit viel Spaß. Fünfmal die Woche treffen sich die Mädels zum Kicken, aber auch zum Lernen, was Teamarbeit und Zusammenhalt betrifft.

Pilotprojekt in Veitshöchheim

Eigentlich gibt es dieses Projekt „Tägliches Training für Mädchen“ ja schon seit einem Jahr: In Veitshöchheim startete auf Initiative von Hans-Peter Breunig und Gernot Haubenthal  das Pilotprojekt des ETSV Würzburg unter tatkräftiger Mithilfe von Bürgermeister Rainer Kinzkofer, Peter Spall, Rektor der dortigen Eichendorff-Grundschule und der Jugendabteilung des SV Veitshöchheim. Mangels geeigneter Halle aber konnte das Training nicht wie geplant durchgeführt werden.

In Würzburg sieht das nun ganz anders aus: Mit der Sport-Uni in der Mergentheimer Straße, der Sporthalle in der Steinbachtalschule und der Turnhalle der Burkarder Schule stehen nicht nur drei geeignete Spielflächen für den Winter zu Verfügung – zudem engagieren sich der Leiter des Sport-Uni Würzburg, Professor Dr. Harald Lange, und dessen Stellvertreterin Christine Noe, die das auf drei Schulen ausgeweitete Projekt wissenschaftlich begleiten. Gernot Haubenthal, verantwortlich für den Hochschulsport in Würzburg, koordiniert das Training.

Finanziert wird „Fußball für Mädchen“ von der LBS Würzburg: Direktor Paul Hupp war von der Idee schnell begeistert: „Wenn wir bei derartigen gesundheitsfördernden Projekten helfen können, dann tun wir das gerne.“ Die Schülerinnen kommen von der Steinbachtalschule, der Burkarder Schule und der St. Ursula Schule – und sie sind begeistert. Im Sommer, wenn es nach draußen geht, stellen die Freien Turner in der Mergentheimer Straße ihre Plätze zur Verfügung.

Dieses Projekt soll nach und nach in ganz Unterfranken installiert werden. Das Ziel ist klar: Wer sich Tag für Tag eine Stunde lang mit dem runden Leder beschäftigt, wird – sofern die Motorik einigermaßen stimmt – individuell deutlich besser. Den Beweis dafür lieferte die Zulassungsarbeit von Carina Breunig mit dem Veitshöchheimer Mädchen. Die Projektleiterin filmte die Schülerinnen bei ihren fußballerischen Anfängen und nach einem dreiviertel Jahr Training. Der Fortschritt war extrem sichtbar. Breunig: „Es geht gar nicht nur darum, Leistungssport zu trainieren, sondern darum, Freude am Sport zu entwickeln. Deshalb mache ich gerne weiter, denn nicht nur den Kindern macht das Training Spaß, sondern auch uns Studenten.“

 Der Start: Fußball für Mädchen

 AKTUELL: projekt_maedchentraining_guerz...

 Oktober 2008

Zur offiziellen Vertragsunterzeichnung des Pilotprojektes in Veitshöchheim trafen sich auf der Freisportanlage (von links) Wolfgang Braun-Müller (U-13-Trainer des SV Veitshöchheim), Katharina Stütz (U-13-Trainerin), Veitshöchheims Bürgermeister Rainer Kinzkofer, Christian König (Sportkoordinator Hauptschule), Peter Spall (Rektor Grundschule), Carina Breunig (Uni Würzburg), Hans-Peter Breunig (Initiator) Sonja Rickert (Uni Würzburg), Martin Issing (Jugendleiter SV Veitshöchheim), Dieter Brückner (Schulleiter Gymnasium), Lothar Hellwich (U-13-Trainer SVV), Gernot Haubenthal (Initiator, Uni Würzburg, Trainer des ETSV) Corinna Mergner (BFV-Geschäftsstelle), die für den verhinderten Vizepräsident des Bayerischen Fußball-Verbandes, Rolf Eppelein, Ball und Wimpel überreichte. Im Vordergrund U-13-Mädels des SV Veitshöchheim (Foto: Gürz)

Seit Montag tricksen die Mädels: Einen Tag vor dem offiziellen Schulbeginn startete auf der Freisportanlage in Veitshöchheim ein Projekt, das in dieser Form wohl einmalig in Deutschland ist:

Dieses Projekt, das bei Interesse nach und nach in ganz Unterfranken installiert werden soll, wurde von den Verantwortlichen des Frauenfußball-Bayernligisten ETSV Würzburg in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Veitshöchheim, allen Schulen des Ortes, dem Verein SV Veitshöchheim sowie Studenten und Studentinnen der Universität Würzburg ins Leben gerufen. Das Konzept des Pilotprojekts ist ebenso einfach wie interessant: Studenten der Uni Würzburg zeigen Mädchen ab sieben Jahren täglich in einer Stunde auf dem Freisportgelände Tricks und Tipps.

Das Ziel ist klar: Wer sich Tag für Tag eine Stunde lang mit dem runden Leder beschäftigt, wird – sofern die Motorik einigermaßen stimmt – individuell deutlich besser. Um das auch dokumentieren zu können, werden die Studenten das Projekt wissenschaftlich begleiten. Carina Breunig, Lehramtsstudentin in Sport, Englisch und Latein sowie Bundesligaspielerin beim TSV Crailsheim, und ihre Schwester Sonja Rickert, Lehramtsstudentin und Spielerin des Bayernligisten ETSV Würzburg, werden die Trainingseinheiten in Veitshöchheim leiten und begleiten.

Doch nicht nur die beiden Studentinnen sind in das Projekt integriert: In den nächsten Wochen werden Elternabende in den Veitshöchheimer Schulen (Förderschule, Grundschule, Realschule und Gymnasium) stattfinden. Bei diesen Treffen werden für die am Training teilnehmenden Mädels Nachhilfeunterricht und Hausaufgaben-Betreuung angeboten. Diese Angebote sind zwar nicht kostenfrei, doch günstig dürfte die Betreuung durch Lehramtsstudenten der Uni Würzburg allemal sein. Zudem die Räumlichkeiten von den Schulen gestellt werden können.

Spontan hatte sich Veitshöchheims Bürgermeister Rainer Kinzkofer bereit erklärt, die – verhältnismäßig geringen – Kosten zu übernehmen und das Projekt zu fördern: „Ich finde die Idee hervorragend und glaube, dass ein solches Angebot unserer Gemeinde gut zu Gesicht steht. Und wenn wir auch noch die Vorreiter spielen können, umso besser.“ Die Direktoren der Schulen signalisierten indes ihre Bereitschaft, die Stundenpläne – sofern möglich – so zu gestalten, dass möglichst vielen interessierten Mädchen das Training von 13 bis 14 Uhr ermöglicht wird. Peter Spall, Direktor der Grundschule Veitshöchheim, hat bereits Elternbriefe vervielfältigt, um für das „wirklich wohldurchdachte Konzept“ zu werben.

Angetan ist auch die Mädchenfußball-Abteilung des SV Veitshöchheim: Der Verein stellt nicht nur einige Veitshöchheimer Mädels zum Training, sondern hilft auch tatkräftig bei der Umsetzung des neuen Projektes mit. Schließlich profitieren ja auch die Veitshöchheimer Spielerinnen von den gemeinsamen Trainingseinheiten. Vereinsgebunden freilich sind die täglichen Spielchen, Tipps und Tricks nicht. Mitmachen kann jedes Mädel.

Das gefällt auch dem Bayerischen Fußballverband (BFV). Vizepräsident Rolf Eppelein (Würzburg): „Wir unterstützen alle seriösen Ideen, um den Frauen- und Mädchen-Fußball in Unterfranken weiterzubringen und hoffen, dass diese Initiative in ganz Unterfranken Fuß fassen kann.“

Das Projekt in Veitshöchheim gibt Hoffnung. Denn allzu oft kommt es wohl nicht vor, dass eine Gemeinde, alle ihre Schulen, ein Verein und Vertreter der Universität unbürokratisch zusammenkommen, um jungen Mädels täglich eine Stunde Fußball zu schenken. Und wer weiß, womöglich ist ja schon bald eine zukünftige Nationalspielerin darunter . . .

Daten & Fakten

Das Pilotprojekt in Veitshöchheim beginnt mit diesem Schuljahr und soll zumindest ein Jahr lang durchgeführt werden. Sollten sich weitere Gemeinden in Unterfranken für das tägliche Training für Mädchen (plus Angebot Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfeunterricht) interessieren, gibt es Infos unter folgender Kontaktadresse:

Offizielle Vertrags-Unterzeichnung zum Pilotprojekt

”Tägliches Training für Mädchen”

Am Freitag, 12. 9. 2008, 15 Uhr, findet auf der Freisportanlage in Veitshöchheim die offizielle Vertrags-Unterzeichnung zu unsrem Pilotprojekt „Tägliches Training für Mädchen“ statt.

Dieses Projekt, das nach und nach in ganz Unterfranken installiert werden soll, wurde in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Veitshöchheim, allen Schulen der Gemeinde, des Vereins SV Veitshöchheim sowie Studenten und Studentinnen der Universität Würzburg ins Leben gerufen.

Schülerinnen werden täglich kostenfrei eine Stunde in Technik trainiert und erhalten zusätzlich das Angebot des Nachhilfeunterrichts und der Hausaufgabenbetreuung.

Zur offiziellen Vertragsunterzeichnung werden neben Veitshöchheims Bürgermeister Rainer Kinzkofer Vertreter der Veitshöchheimer Schulen, des SV Veitshöchheim, des Bayerischen Fußballverbandes und Sportstudenten der Universität Würzburg erwartet. Anschließend findet ein kleines Schnuppertraining statt.